Aktuelles

17.Juni 2019

Picknick mit unseren Pflegefamilien

Bei einem gemeinsamen Picknick am vergangenen Samstag tauschten sich unsere Westfälischen Pflegefamilien im Rahmen ihres regelmäßigen Arbeitskreises im Südpark aus. Die Pflegeeltern kamen schnell und lebhaft in einen hilfreichen Austausch über das alltägliche Leben mit einem Pflegekind. Währenddessen stürzten sich die Kinder mit Begeisterung auf die zahlreichen Spielgeräte. „Der Südpark…
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Wer eignet sich als Pflegefamilie?

Mit Pflegekindern gemeinsam leben, ihnen ein Zuhause zu geben, ist vielfältig, bunt und anspruchsvoll. Für viele Familien erfüllt sich mit der Aufnahme eines Pflegekindes in das eigene Zuhause eine Lebensidee, die oftmals das Ergebnis eines längeren Prozesses unter den Familienangehörigen ist. Die Struktur der Pflegefamilie von heute reicht von der klassischen Vater-Mutter-Kind-Konstellation über gleichgeschlechtliche Paare bis hin zur Ein-Eltern-Familie. Familien mit Migrationshintergrund sind ebenso willkommen für diese Aufgabe wie alteingesessene Bürgerinnen und Bürger.

In der Rückschau sagen viele Pflegeeltern immer wieder den Satz:„Das haben wir richtig gemacht, wir würden es jederzeit wieder tun.“

Ein Pflegekind aufzunehmen, erfordert Gelassenheit, intakte familiäre Strukturen und eine positive Lebenseinstellung. Denn aufgrund der Vorgeschichte brauchen gerade Pflegekinder besonders viel Zuwendung. Das Familienleben wird bunter, herausfordernder, anstrengender. Es ist eine schöne Aufgabe einem Pflegekind ein neues Zuhause und eine verlässliche Familie zu geben….eine Bereicherung des Familienlebens.

Infoabend für Pflegeeltern

Wir wollen einen Einblick geben in das Leben mit einem Pflegekind und den Weg beschreiben, wie man Westfälische Pflegefamilie werden kann. „Westfälische Pflegefamilien“ können Familien, Paare oder Einzelpersonen sein, die den in ihrer Entwicklung beeinträchtigten Kindern einen dauerhaften familiären Lebensraum anbieten.

Wenn Sie neugierig geworden sind und mit dem Gedanken spielen, ein Pflegekind aufzunehmen, sind Sie herzlich eingeladen und können sich ungezwungen und unverbindlich über dieses Familienkonzept informieren.

Nächster Termin:
1. Oktober um 19:00

Veranstaltungsort
Kinder-und Jugendhilfe St. Mauritz
Mauritz-Lindenweg 56
48157 Münster

Weitere Auskünfte erteilt
Benno Schweizer (Dipl.-Pädagoge)
Tel. 0251 13304-13
schweizer@st-mauritz.de

Wie werde ich Westfälische Pflegefamilie?

Broschüre zum Download

Die Kinder-und Jugendhilfe St. Mauritz ist seit über 20 Jahren in der Begleitung und Beratung von Westfälischen Pflegefamilien (WPF) tätig. Dieses Familienkonzept bietet den aufgenommenen Kindern einen dauerhaften familiären Lebensraum an, in dem sie verlässliche und sichere Bindungserfahrungen machen können. Oftmals haben die Kinder in ihrer bisherigen Lebensgeschichte Vernachlässigung, seelische bzw. körperliche Misshandlung oder andere traumatische Erfahrungen erlitten. Kinder mit Behinderung kommen für dieses Familienangebot ebenso in Frage.

Die Westfälischen Pflegefamilien gewährleisten dafür eine umfassende pflegerische und behindertenspezifische Versorgung. Zukünftige Pflegeeltern werden intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet und für deren Bewältigung qualifiziert. Neben aller Fachlichkeit ist es wichtig, dass die Pflegeeltern die Kinder so mögen und annehmen können wie sie sind, sich auch an kleinen Entwicklungsschritten erfreuen und mit Humor und Gelassenheit durchs Leben gehen.

Auf Grund der besonderen Anforderungen im Pflegeverhältnis werden den Westfälischen Pflegefamilien FachberaterInnen an die Seite gestellt, die sie kontinuierlich und langfristig begleiten und unterstützen. Alle BeraterInnen verfügen über langjährige Berufserfahrung in der Jugendhilfe und haben eine beraterische und traumapädagogische Zusatzausbildung. Die Kinder- und Jugendhilfe St. Mauritz ist mit dem Konzept WPF ein Kooperationspartner des Landesjugendamtes. Verbindliche Standards und eine qualitative Weiterentwicklung des Systems WPF werden hierdurch gewährleistet.

Tipps für Bewerber

  • Wie werde ich Westfälische Pflegefamilie?

  • Voraussetzungen

    • Sie sind pädagogisch ausgebildet oder verfügen über besondere erzieherische Kompetenz.
    • Sie wollen einem Kind in ihrer Familie ein dauerhaftes Zuhause bieten.
    • Sie sind bereit, mit den FachberaterInnen und der Herkunftsfamilie zusammenzuarbeiten.
  • Finanzielle Leistungen

    • Pflegeltern bekommen monatlich ein Pflegegeld ausbezahlt. Dieses setzt sich aus einem Anteil für materielle Aufwendungen und einem Anteil für Pflege und Erziehung zusammen. Dabei handelt es sich um steuerfreie Zuwendungen. Pflegeeltern haben ebenfalls Anspruch auf einen Teil des Kindergeldes.
    • Für besondere Anlässe gibt es einmalige Beihilfen, wie z.B. für Klassenfahrten, Einschulung, Kommunion/Konfirmation u.ä.
    • Weiterhin gewähren die Jugendämter Zuschüsse zur privaten Altersvorsorge und einer Unfallversicherung der Pflegeperson.
    • Über alle weiteren finanziellen Details beraten wir Sie individuell.

Die Westfälische Pflegefamilie ist ein Angebot nach §33 Satz 2 SGB VIII / §54 SGB XII. 

Pia: Die Geschichte eines Pflegekindes

Pia wurde im Alter von 3 Jahren stationär in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung aufgenommen. Die Eltern waren mit der Erziehung überfordert, die Mutter psychisch erkrankt.

DIE AUSGANGSSITUATION

Anfangs zeigte sich das Kind gegenüber den betreuenden Erwachsenen unsicher und ängstlich. Zeitweise geriet sie unter plötzlich auftretende hohe Anspannung, die sich durch große Unruhe äußerte. Pia war nicht in der Lage, Gefahren einzuschätzen und wirkte zeitweise verwirrt und abwesend. Sie zeigte eindeutige Symptome eines traumatisierten Kindes. Gleichzeitig hatte sie viele Ressourcen, zeigte sich kontakt- und bewegungsfreudig, spielte gerne und malte tolle Bilder.

AUFNAHME IN DIE NEUE FAMILIE

Eine Rückkehr zu den leiblichen Eltern war ausgeschlossen. So konnten wir für Pia eine neue Lebensperspektive in einer Westfälischen Pflegefamilie entwickeln. Sie lebt nun bei Familie Schmidt. Frau Schmidt ist Erzieherin, Herr Schmidt kaufm. Angestellter. Das Ehepaar wurde von uns sorgfältig ausgewählt und geschult. Die beiden fühlten sich nach Durchlaufen dieses Prozesses in ihrem Beschluss, ein Pflegekind aufnehmen zu wollen, bestätigt und bestärkt. Nach Auswahl und Vorstellung von Pia durch unsere FachberaterInnen begann der Vermittlungsprozess, der sorgfältig begleitet wurde. Pia zog dann im Alter von fast 5 Jahren bei Familie Schmidt ein.

DIE SITUATION HEUTE

Heute ist Pia 11 Jahre alt, besucht eine Gesamtschule und sagt selbst, dass es ihr „meistens sehr gut geht und sie sich bei Mama und Papa sicher und wohl fühlt“. Bis dahin war es ein weiter Weg. Sie hatte ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis, misstraute den Erwachsenen und konnte sich nicht fallen lassen. Ihre plötzlichen Stimmungsschwankungen waren zeitweise kaum aushaltbar und brachten die Pflegeeltern auch mal an die Grenzen. Auch die Umgangskontakte mit der leiblichen Mutter sorgten oft für Unruhe. Gut war, dass die leibliche Mutter Pia die Erlaubnis geben konnte, in der Pflegefamilie groß werden zu dürfen.

Mit der Zeit zeigte Pia Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten, wurde innerlich freier und selbstbewusster. Und: Sie akzeptierte die neue Familie als ihre Heimat. Herr und Frau Schmidt wissen, dass es noch manche Krisen geben wird, würden es aber immer wieder tun: „Pia passt zu uns. Sie ist ein Kind unserer Familie geworden“.

BERATUNG UND BEGLEITUNG

Zum guten Gelingen des Pflegeverhältnisses trägt die regelmäßige Beratung durch eine Fachberaterin bei, die im 4-6 wöchigen Rhythmus in die Familie kommt. Dort wird alles besprochen, was wichtig ist: Entwicklungsschritte, Ressourcen , Probleme, Stresssituationen, Umgang mit den Traumata, Therapiebedarf usw.. In einer akuten Krise sind die Kontakte häufiger und die Fachberater sind dann auch am Wochenende erreichbar. Für Familie Schmidt ist diese Beratung sehr wichtig. Über viele Jahre hat sich ein Vertrauensverhältnis zu „ihrer“ Fachberaterin aufgebaut und sie fühlen sich dadurch sehr gestützt und wertgeschätzt. Es ist wichtig, innerlich immer wieder auch in die Distanz zu gehen und loszulassen: „Unsere Freunde verstehen unsere Probleme oft gar nicht; die können sich da nicht hineinversetzen.“

Dazu kommen vielfältige weitere Angebote: regelmäßige Pflegeelternarbeitskreise zum Austausch und gegenseitigen Stärken, kontinuierliche Fortbildungsangebote, gesellige Angebote für die ganze Familie und Feste.

Sie können sich ein Engagement als Westfälische Pflegefamilie vorstellen?

Unsere Ansprechpartner für Pflegefamilien

Alle FachberaterInnen bringen langjährige Erfahrungen in der Jugendhilfe mit und verfügen über eine beraterische sowie traumapädagogische Zusatzausbildung.

Benno Schweizer
Dipl.-Pädagoge

Tel.: 0251/13304-13
schweizer@st-mauritz.de

Karin Wolbeck
Dipl.-Sozialpädagogin

Tel.: 0251/13304-48
wolbeck@st-mauritz.de

Nicole Kortenbusch
Dipl.-Sozialpädagogin

Tel.: 0251/13304-17
kortenbusch@st-mauritz.de

Gerda Henning
Dipl.-Heilpädagogin

Tel.: 0251/13304-55
henning@st-mauritz.de

Dorothee Even
Dipl.-Sozialpädagogin

Tel.: 0251/13304-17
even@st-mauritz.de

Ingeborg Mohring
Dipl.-Heilpädagogin

Tel.: 0251/13304-49
mohring@st-mauritz.de

 

Anja Jung
Dipl.-Sozialarbeiterin

Tel.: 0251/13304-50
jung@st-mauritz.de

Barbara Lehnerts
Dipl.-Sozialpädagogin

Tel.: 0251/13304-27
lehnerts@st-mauritz.de